Vom Aufbauwerk zum größten Standort der SCHEIDT GmbH & Co. KG
1996 fiel der Startschuss für das Werk Arnstadt. Die Entscheidung für den Standort war dabei kein Zufall: Durch die direkte Anbindung an die Autobahnen bietet Arnstadt optimale Voraussetzungen für die Versorgung von Kunden in den südlichen, östlichen und westlichen Regionen Deutschlands.
Was als konsequente Erweiterung der Produktionskapazitäten begann, hat sich in drei Jahrzehnten zum größten Standort von Scheidt entwickelt. Heute arbeiten hier 124 Mitarbeitende, darunter auch sechs Auszubildende in technischen und kaufmännischen Berufen wie Technische Systemplanung, Beton- und Stahlbetonbau sowie Elektronik für Betriebstechnik. Zum Vergleich: 1999 waren es rund 30 Beschäftigte in der Produktion und acht im Büro.
Gefertigt werden Trafostationen bis 80 Tonnen inklusive komplettem Elektroausbau. Durchschnittlich fließen rund 180 Personenstunden in die Fertigung einer Trafostation, bis sie versandfertig ist.
Wachstum mit klarer Perspektive
Mit der offiziellen Gründung im Jahr 1996 wurde Arnstadt zu einem festen Bestandteil des Unternehmensverbunds. Der Standort an der Ichtershäuser Straße blickt dabei auf eine lange industrielle Tradition zurück: Schon vor der Wende wurde hier Beton und Betonfertigteile produziert. Die heutigen Hallen entstanden nach 1990 neu und bildeten die Grundlage für die spätere Entwicklung.
Mit dem Start von Scheidt begann 1996 die Fertigung erster Stationen und Schächte. Zu Beginn wurden zudem am Standort Ichtershäuser Straße 63 auch Garagen hergestellt.
Der Standort entwickelte sich schnell weiter. Bereits Anfang der 2000er Jahre folgten gezielte Investitionen in den Ausbau, insbesondere in den erweiterten Einsatz von Betonschalungen für Kompaktstationen.
Damit etablierte sich Scheidt zunehmend als verlässlicher Partner für Kunden im Süden Deutschlands. Wachsende Projektzahlen und langfristige Rahmenverträge führten zu einer steigenden Nachfrage nach Produktionskapazitäten.
Die Antwort darauf war ein weiterer Meilenstein: 2010 wurde eine neue Produktionshalle mit rund 4.200 m² errichtet. Durch die Verlängerung der bestehenden Hallen von rund 90 auf etwa 160 Meter konnten die Produktionsflächen deutlich erweitert werden. Diese Investition bildet bis heute die Grundlage für das weitere Wachstum des Standorts.
Modernisierung, Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Standortentwicklung
Ein Produktionsstandort unterliegt einem stetigen Wandel. Anlagen wie Mischer, Krane oder Betonschalungen erreichen mit der Zeit ihre technischen Grenzen und müssen ersetzt werden. Der bloße Austausch ist dabei jedoch nur ein Teil der Entwicklung. Entscheidend ist der kontinuierliche Blick auf Optimierung und Modernisierung.
Am Standort Arnstadt wurde dieser Anspruch konsequent umgesetzt. In den vergangenen zehn Jahren wurden zentrale Anlagen nicht nur erneuert, sondern gezielt weiterentwickelt. So wurde unter anderem der bisherige Ringtrogmischer durch moderne Technik ersetzt. Der heutige Mischturm verfügt über zwei Auslässe, sodass der Beton auf kürzestem Weg in eine zusätzliche Produktionshalle gelangt.
Das reduziert interne Transportwege, schont Ressourcen und verbessert sowohl Qualität als auch Effizienz. Gleichzeitig werden Produktionszeiten verkürzt und Prozesse stabilisiert.
Auch im Bereich der Schalungstechnik wurden wesentliche Fortschritte erzielt. Rund 75 Prozent der älteren Kompaktstationsschalungen wurden durch eine neue Generation ersetzt. Diese entstand in enger Zusammenarbeit zwischen den Betonmeistern am Standort und dem Hersteller. Ein wesentlicher Vorteil liegt darin, dass für die Bedienung kein Kran mehr erforderlich ist. Das erhöht nicht nur die Effizienz, sondern vor allem die Arbeitssicherheit. Parallel dazu wurden auch die Kransysteme modernisiert. Heute sind nahezu alle Anlagen mit kabellosen Fernbedienungen ausgestattet, sodass Mitarbeitende mit ausreichend Abstand arbeiten können. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die digitale Anbindung der Produktion. Großformatige Monitore stellen in allen Bereichen aktuelle Auftragsdaten und Arbeitsschritte transparent dar. Rückmeldungen können direkt erfasst werden und verbessern die Steuerung der Abläufe. Bis Ende 2026 ist zudem eine Erweiterung um zusätzliche Funktionen wie ein Ticketsystem geplant.
Eigene Fertigung als strategischer Vorteil
Seit Juli 2007 ist der Bewehrungsbau dauerhaft in Halle 5 angesiedelt. Im Jahr 2020 wurde der Bereich um zusätzliche rund 200 m² erweitert und die eigene Produktion von NZ-Körben aufgenommen. Dabei handelt es sich um Bewehrungskörbe für nicht begehbare Stationen in Zellenbauweise, also die am Standort gefertigten Kompaktstationen.
Zuvor wurde ein großer Teil der Bewehrung extern bezogen. Das war nicht nur wirtschaftlich weniger attraktiv, sondern auch ökologisch nachteilig. Beim Transport der Bewehrungskörbe wurden große Volumina mit vergleichsweise geringem Materialanteil bewegt.
Durch die Integration in die eigene Wertschöpfungskette konnte dieser Nachteil vollständig beseitigt werden. Gleichzeitig erhöht die eigene Fertigung die Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit bei sich verändernden Anforderungen.
Der Fuhrpark der Gabelstapler wird kontinuierlich modernisiert. Das Ableben eines alten Staplers ist dabei jeweils der Anlass, gezielt auf moderne Elektrogeräte umzusteigen.
Auch die Büroinfrastruktur wird weiterentwickelt. Das ehemalige Pförtnerhaus, in dem zuvor ein Friseursalon untergebracht war, wird seit 2025 umfassend renoviert, um zusätzliche Büro- und Besprechungsräume zu schaffen.
Im Jahr 2024 erreichte das Werk mit 1.560 Liefereinheiten einen neuen Standort- und Unternehmensrekord.
Herausforderungen annehmen, Stärke beweisen
Das Jahr 2026 bringt auch für die Energiebranche spürbare Herausforderungen mit sich. Die eingeschränkte Verfügbarkeit von Mittelspannungsschaltanlagen führt dazu, dass Produktionskapazitäten nicht durchgehend ausgelastet werden können.
In den vergangenen Jahren wurden im Zuge der Energiewende gezielt Kapazitäten aufgebaut. Diese stehen nun teilweise kurzfristig zur Verfügung, ohne dass eine verlässliche Perspektive für ihre Auslastung besteht.
Der Standort Arnstadt hat frühzeitig reagiert. Bereits 2025 wurden Chancen in anderen Bereichen erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Dadurch konnten die Auswirkungen deutlich abgefedert werden.
Alle Arbeitsplätze konnten gesichert werden. Gleichzeitig zeigt sich einmal mehr die zentrale Stärke des Standorts: ein hoher Zusammenhalt im Team und die Fähigkeit, flexibel auf neue Situationen zu reagieren.
Seit 2025 ist die SCHEIDT GmbH & Co. KG Mitglied der Initiative Erfurter Kreuz e. V. Der Verein vereint mehr als 160 Unternehmen und engagiert sich für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Ziel ist es, den Standort weiter zu stärken, Fachkräfte zu sichern und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Bildung auszubauen.
Durch die Mitgliedschaft ist Scheidt aktiv in dieses Netzwerk eingebunden und beteiligt sich am Austausch sowie an gemeinsamen Projekten. Damit wird nicht nur der Standort selbst gestärkt, sondern auch die Region nachhaltig weiterentwickelt.